Harald Dasinger

Harald Dasinger
Moderne & Postmoderne Schauspiele

Theia

Theia - Göttin, Hure und Frau


Diese erotischen Liebesgedichte huldigen dem Ewig Weiblichen in seinen verschiedenen Manifestationen.
In jeder Frau schlummert die Göttin, in jeder Göttin, eine Frau. Liebe und Leidenschaft, Zerstörung und Tod, Sehnsucht und Erfüllung haben viele Gesichter. Was zählt ist, wie wir diese empfinden...

aus der endlosen Stille der Nacht, / dem farb- und formlosen Dunkel des Nichts / erhebt sich die dreifache Göttin: / Mutter, Geliebte und Tod / sie, die schon immer war / und sein wird bis zum Ende der Zeit“


youtu.be/hHpk90rBl8c

Softcover: ISBN: 978-3-7418-9412-1
ePUB: ISBN: 978-3-7418-9413-8


Aeterno Momentum

unausgesprochene Worte des Verlangens

durchdringen die endlose Stille der Nacht
auf dem Silberbogen der Hoffnung
erfinde ich mich selber neu
zum wohl wievielten Male,
denn Gott hat seine Existenz verspielt.
ich schreibe satanische Verse der Lust
auf den Altar schlaftrunkener Fantasien
die im Spiegel der Sehnsucht entschwinden.
wehmütige Erinnerungen an ferne Zeiten
als es die Unschuld völliger Hingabe noch gab
werden tief in mir neu geboren
wie die Geister der Traurigkeit
die den Tümpeln zersplitterter Hoffnungen entsteigen
einer Hoffnung, die sich selber untreu geworden ist,
als die Nichtexistenz der heidnischen Götter bewiesen war
der schuldbewusste Fehlschlag einer Metamorphose
löst sich auf in den alles verzehrenden Flammen
einer falschen Philosophie über die Wiedergeburt
ich versinke in der bizarren Flut unerfüllter Träume
erlebe in Trance die Vision einer Hölle
als meine Seele eintausend Sinfonien des Schmerzes
in meiner Brust erklingen lässt
und ich erkenne, wie nahe doch
Tod und Auferstehung beieinander sind
ich entwinde mich den Klauen selbstzerstörerischen Leids
und erfinde die Unzulänglichkeit
einer grotesken Liebesgeschichte neu
das Märchen von der Fusion
zweier von Einsamkeit gepeinigter Seelen
die einander am Firmament des Yin & Yang wieder gefunden
*
in meinen Sehnsüchten nach Erfüllung
lasse ich dich in der Blüte deiner Vollkommenheit neu entstehen
makellos und unbefleckt stehst du
in völliger Nacktheit und sinnlicher Unschuld vor mir,
bereit, mich in dir zu empfangen,
auf dass sich die Prophezeiung der Isis erfüllt.
*
hingebungsvoll öffnest du die Pforten
zum heiligen Tempel der höchsten Erfüllung
damit tief in dir ich den Gral
mit dem Ur-Wort der Schöpfung und Des Werdens finde
aus der sanften Berührung der Lippen
wird das Tosen eines Orkans
keuchend vor zügelloser Begierde und ekstatischer Lust
umschlingen sich unsere vor Leidenschaft mit Schweiß bedeckten Körper
wie einst die Schlangen des Apollon um Laokoon,
der seine Frau in dessen Tempel begattet und somit entweiht
tiefer und tiefer dringe ich in dich ein
völlig entfesselt und fordernd ist der Tanz deines Leibs
es gibt nichts außer uns
die Säulen der Erde erbeben
und Sterne fallen vom Firmament
als unser geheiligtes Ritual
dem Augenblick der Erfüllung sich nähert
„aeterne momentum“ schreit es in mir
als unsere Säfte sich miteinander vereinen
und uns beiden bewusst wird
wie nah der Unendlichkeit wir doch sind